Rezepte und Tipps zur isländischen Küche

Obwohl mehr als 70 Rezepte im Island-Kochbuch sind, gibt es immer noch das eine oder andere, das auch interessant sein könnte. An dieser Stelle werden ein paar der Rezepte veröffentlicht, die es nicht ins Buch geschafft haben, weil sie zu speziell sind, oder weil ähnliche den Vorzug erhielten.

Pfefferkuchen (Piparkökur)

Pfefferkuchen mit Bonbonfenster

Wer Pippi Langstrumpf gelesen hat, weiß, wie sehr die Schweden Pfefferkuchen lieben. Das ist bei den Isländern nicht anders. Und genau wie Pippi Langstrumpf es vorgemacht hat, backt man auch von unserem Rezept am besten Unmengen - 6 Bleche voll von Pfefferkuchen ergibt es auf jeden Fall. Aber was Pippi nicht wusste: Man kann aus Pfefferkuchenteig einzigartigen Weihnachtsbaumschmuck backen - mit Bonbonfenstern. Und nach Weihnachten kann man ihn aufessen.

Hier ist das Pfefferkuchen-Rezept im Original-Layout des Buches (PDF, 50 KB)

Zutaten:
75 g Butter
1 1/2 dl heller Sirup (z. B. Lyle's) oder Honig
1 1/2 dl Zucker
1 1/2 dl brauner Zucker
1 1/2 dl (Schlag-)Sahne
3 TL gemahlener Zimt
2 TL gemahlener Ingwer
1 TL gemahlene Nelken
1 TL gemahlener Kardamom
4 TL Natron oder Backpulver
10 dl Mehl

Zubereitung: Die Teigmenge reicht für 6 Bleche voll Plätzchen. Ofen auf 225° C vorheizen. Butter, Sirup und Zucker in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen. Topf von der Herdplatte nehmen und die Sahne hineinrühren.

In einer großen Schüssel alle anderen Zutaten vermischen, in die Mitte eine Mulde drücken, die Butter-Sirup-Mischung hineingießen und mit einem Holzlöffel rasch untermengen. Dann mit den Händen kneten, bis kein Mehlstaub mehr sichtbar ist. Sollte der Teig dann noch an den Händen kleben bleiben, lässt man ihn etwas ruhen, bis er auf Raumtemperatur abgekühlt ist.

Den Teig dünn ausrollen (etwa 2-3 mm dick). Das klappt am besten auf Backpapier, sogar noch besser als auf dem bemehlten Tisch. Plätzchen ausstechen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und 5 Minuten backen. Will man die Plätzchen als Weihnachtsbaumschmuck verwenden, stanzt man vor dem Backen mit einem Trinkhalm Löcher für die Aufhängung hinein.

Besonders schön sehen Pfefferkuchen mit Bonbonfenster aus: Hierfür zerstößt man farbige Fruchtbonbons (klassischerweise "Peru" von Opal, ersatzweise altmodische Himbeerbonbons oder englische Drops) in einem Gefrierbeutel mit dem Fleischklopfer. Die Mitte der ungebackenen Plätzchen mit einer sehr kleinen Form ausstechen und ein halbes Peru-Bonbon hineinlegen. Bei größeren Fenstern, z.B. einem Herzchen in einer Engelfigur, muss das Bonbonteil entsprechend grösser sein, oder man nimmt mehrere Bruchstücke. Das Bonbon zergeht beim Backen und bildet ein Zuckerfenster.

Backpapier als Unterlage ist sehr wichtig, sonst lösen sich die Plätzchen nicht. Sie können, im Gegensatz zu den einfachen Pfefferkuchen, nicht gleich vom Blech genommen werden, doch der Zucker erkaltet recht schnell.

Um schneller weiter arbeiten zu können, kann man die fertiggebackenen Pfefferkuchen mitsamt Backpapier vom Blech ziehen und sie z. B. auf kaltem Fliesenboden abkühlen lassen.

Energiesparend ist es, erst den gesamten Teig zu Plätzchen zu verarbeiten (auf Backpapier legen und die Backpapier-Lagen stapeln) und dann rasch ein Blech nach dem anderen zu backen.

Dieses Pfefferkuchenrezept eignet sich sehr gut für das Backen mit Kindern, weil der Teig einfach auszurollen und auszustechen ist, und die Bonbonfenster die Plätzchen zu etwas ganz besonderem machen.


So gelingt das Island-Fest:

Wenn Sie Ihre Freunde zuhause mit einer Einladung zum isländischen Essen überraschen möchten: es muss nicht immer ein Abendessen mit Lamm oder Lachs sein! Weniger Mühe, dafür mehr nordische Exotik haben Sie mit einem Island-Brunch. Das ist auch eine entspannte Gelegenheit, um vom Urlaub zu erzählen und Fotos herumzuzeigen. Vieles, was Sie dafür brauchen, können Sie in Deutschland kaufen, ein paar Lebensmittel bringen Sie am besten aus Island mit, und einiges können Sie selbst zubereiten, auch im Voraus.

Für die Tischdekoration haben wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sechs Platzkärtchen mit Islands Sehenswürdigkeiten können Sie hier herunterladen. Einfach ausdrucken, ausschneiden, falzen, mit den Namen Ihrer Gäste beschriften - schon haben Sie eine stilvolle Deko für die Tafel!

Hier geht es zur Bastelanleitung und dem Download der farbigen Motive.

Überlegen Sie sich noch während des Urlaubs, was Sie in Island besonders gerne essen, und kaufen Sie gezielt die Dinge ein, die in Mitteleuropa schwer oder gar nicht erhältlich und schwer zu imitieren sind.

Aus Island mitbringen:
- Streichkäse: rækju-, beikon-, hvítlauks- oder sveppaostur, skinkumyrja
- Schnitt- oder Schimmelkäse (Ísbúi, Grettir oder Dala-Yrja...)
- hangikjöt-Aufschnitt
- flatkökur mit Isländisch Moos
- Stockfisch
- kremkex, hafrakex oder eine andere Kekssorte


Zuhause einkaufen:
- Räucherlachs
- Edamer
- gesalzene Butter
- Sandwichbrot
- braunen Zucker
- Heidelbeer- oder Rhabarbermarmelade
- Garnelen- ("Krabben")salat
- englisch-amerikanische Waren wie Cocoa Puffs, Rice Krispies, Swiss Miss, Homeblest


Selbst herstellen:
- rúgbrauð (Rezept Seiten 20 und 21)
- kleinur (Rezept Seiten 116 und 117 )
- flatkökur (Rezept Seite 23)
- pönnukökur (Rezept Seite 97)
- "súrmjólk" (Dickmilch und Buttermilch verrühren)

Island-Kochbuch - www.islandkochbuch.de